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DER
RAUM DER KUNST Geschichte und Theorie des
plastischen Raums
Christian Hartard
Forschungsprojekt am Institut für Kunstgeschichte der
Universität München Gefördert von der
Fritz-Thyssen-Stiftung
Abstract
Während das Interesse am Raum in den Gesellschaftswissenschaften seit etlichen Jahren stetig zunimmt, hat die Kunstwissenschaft bisher kaum auf den ‚spatial turn‘ anderer Disziplinen reagiert – selbst dort nicht, wo die lebhafteste Auseinandersetzung mit Raumproblemen zu erwarten wäre: in der Bildhauerei. Gerade für die plastischen Künste aber, die in der Moderne eine beispiellose räumliche Expansion erlebten, böte es sich an, die Produktion von Raum als eine besondere Art der ästhetischen Sinnstiftung zu begreifen. Mit dieser Perspektive ist zugleich ein Kontrapunkt zu kunstwissenschaftlichen Analysen gesetzt, die mit dem Leitbegriff des Bildes operieren und so gerade das Spezifische einer objektgebundenen Kunst verfehlen, die ihren Werken
Bildlichkeit zugunsten von Raumbewusstsein entzieht.
Mein Forschungsvorhaben untersucht entlang zweier Argumentationsachsen ‚Raum‘ als zentrale Kategorie der Bildhauerei.
Historisch konstatiert es einen kontinuierlichen Prozess der Verräumlichung, der an der Schwelle zum 20. Jahrhundert seinen reflexiven Umschlag erlebt: ‚Raum‘ avanciert zum spezifischen Medium bildhauerischer Praxis und Selbstbeschreibung.
Theoretisch entwickelt das Projekt Bausteine für eine Phänomenologie plastischer Räume: ‚Raum‘ wird als Produkt eines rekursiven Verhältnisses von Objekten und Subjekten beschrieben, das sinnhafte ästhetische Erlebnisse in Form von Atmosphäre-, Körper-, Zeit- und Polyperspektivitätserfahrung ermöglicht. Ein an dieser sinnlich-assoziativen, nicht-linearen Raumerfahrung orientiertes plastisches Denken erscheint als angemessener Beobachtungs- und Zugangsmodus für eine ausdifferenzierte Welt der Gegenwart.
Der
Raum der Kunst ist als Drittmittelprojekt am Institut für
Kunstgeschichte der Universität München verortet. Es wird seit April
2010 im Rahmen eines Postdoktorandenstipendiums von der
Fritz-Thyssen-Stiftung finanziert. Die erste Förderphase endet im März
2012.

Kurzexposé:
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